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1. Situationsbeschreibung

Für viele Eltern bedeutet ein Kind nicht nur Bereicherung und neue Verantwortung, in der Regel muss ein Elternteil meist für mehrere Jahre den Beruf aufgeben. Als besonders belastend erlebt gerade dieser den Verlust sozialer Bezüge und gesellschaftlicher Anerkennung. Mütter oder Väter in der Erziehungszeit sind mehr oder weniger ans Haus gebunden, für neue Kontakte gibt es kaum Gelegenheit. Traditionelle Netze wie Familienverband oder Nachbarschaft lösen sich durch nicht selten nötige Umzüge mehr und mehr auf. Ausgrenzung als Preis für Kinder ? Das wollen wir verhindern!

2. Zweck, Ziel und Aufgaben des Vereins

Zweck des Vereins ist es, die Isolation und Diskriminierung von Müttern und Familien zu lindern, sowie Eigeninitiative, Fähigkeiten und Kompetenzen zu fördern.

1.



Förderung der Kommunikation von Eltern, insbesondere von Müttern, untereinander – unabhängig von Alter, Religion, Nationalität und Ausbildung – mit dem Ziel der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung. Zur Erreichung dieses Zieles wurde ein „Treffpunkt“ eingerichtet und in gemieteten Räumen betrieben.
2.


Der Verein setzt sich zum Ziel, die Interessen und Aktivitäten von Eltern, Alleinerziehenden mit ihren Kindern hinsichtlich Erziehung, Bildung und Wissenschaft, Kunst und Kultur, Umweltschutz und Ökologie innerhalb der Möglichkeiten eines Mütter- und Familientreffpunkts zu fördern.

3.


Verbesserung von Information im Hinblick auf familienpolitische Themen, Frauen- und Männerfragen und Gleichberechtigung von Frauen und Männern (gender mainstreaming).

4.

Der Vereinszweck soll mit folgenden Mitteln erreicht werden:
a) Durchführung von regelmäßigen Bildungsveranstaltungen wie Kursen und Vorträgen
b) Planung und Durchführung von kulturellen Veranstaltungen
c) Initiieren und unterstützen von Selbsthilfegruppen, z.B. Adoptiveltern und Mehrlingseltern.
d)

Bereitstellen und Vermitteln von Informationen und Adressen anderer Vereine, Selbsthilfeorganisationen und Beratungsstellen.

Der Verein soll gewährleisten, dass an einem festen Treffpunkt diese vielfältigen Aktivitäten allen Müttern, Familien sowie Rat und Hilfe suchenden Frauen offen stehen.

3. Mütter- und Familienkontaktstelle– eine Antwort auf die Bedürfnisse von Eltern

Diese zeitgemäße Form nachbarschaftlicher Selbsthilfeprojekte öffnet Familien einen Weg aus Isolation und Autonomieverlust. Unsere Räume sind ein offener Treffpunkt für Mütter, Väter, auch Großeltern mit ihren Kindern oder Enkeln unabhängig von Alter, sozialer Herkunft, religiöser Einstellung, politischer Gesinnung oder Nationalität .Es wurde ein Forum für Kommunikation, Erfahrungsaustausch und auch frohes Miteinander geschaffen. Der Verein „Du und Ich“ e.V. kann sich aber auch als Anlaufpunkt in Krisen- und Konfliktsituationen bewähren, wo professionelle Einrichtungen noch nicht wirksam werden. Hilfe zur Selbsthilfe bedeutet für uns: Anerkennung der Kompetenzen, gegenseitige Ermutigung zur Aktivität, Stärkung des Selbstbewusstseins und des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten.

4. Organisation

Alle Aufgaben im Verein werden ausschließlich ehrenamtlich von unseren Vereinsmüttern und selbstverständlich auch -vätern übernommen. Jede/r bringt sich im Rahmen eigener Möglichkeiten mit ein. Das Prinzip des Gebens und Nehmens findet praktische Anwendung. Die Gemeinnützigkeit wurde anerkannt.

5. Leistungen auch für die Kommune

Der Verein „Du und Ich“ e.V. erbringt nachbarschaftliche Dienstleistungen und Entlastungsangebote für Familien und belebt somit soziale Zusammenhänge im Stadtteil neu. Durch verschiedenste Angebote zur Teilnahme an Kursen und Aktivitäten sorgen wir für Weiterbildung z.B. in Erziehungs- und Gesundheitsfragen, stärken wir Selbstbewusstsein, Heimatgefühl im Stadtteil und freundschaftliche Verbindungen auch in außerfamiliären Beziehungen bzw. bauen diese neu auf. Das Bewusstsein und die Sensibilität für das gesellschaftliche Umfeld und die eigene Rolle darin wird geschärft. Eigene Standpunkte werden in die Öffentlichkeit getragen und an einer familienfreundlichen Umgestaltung wird mitgewirkt. Engagement an Stelle von Politikverdrossenheit !

6. Wir benötigen Unterstützung

Aus unseren Vereinsmitgliedsbeiträgen allein lässt sich unser Verein nicht am Leben halten. Miete, Betriebskosten, Umlagen, Sachkosten, Honorare u.a. müssen beglichen werden. Wir sind korporatives Mitglied des Caritasverbandes , des Familienbunds im Bistum Magdeburg, erhalten bereits Unterstützung von der Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt, arbeiten mit der Urania zusammen und unterstützen unsererseits das Netzwerk Leben.

7. Projekte und Aktivitäten

Regelmäßige Treffen:








Krabbelgruppe / wöchentlich
Babytreff / wöchentlich
Kreativzeit / 14-tägig
Frühstücksrunde / wöchentlich
Offene Kaffeestube / wöchentlich
Vater-Kind-Treff / monatlich
Mehrlingseltern-Gruppe / monatlich
Adoptiveltern-Kreis / monatlich

Besondere Aktionen mit
Öffentlichkeitswirkung:


Kindersachen- und Spielzeugbörse
Teilnahme am Sudenburger Straßenfest
Ausrichtung des Gemeindefrühstücks für St. Marien

8. Bildungsarbeit in verschiedensten Formen

Regelmäßige Treffen mit Erfahrungsaustausch in Gesprächsrunden

Diese Gruppen treffen sich wöchentlich bzw. monatlich gemeinsam mit den Kindern. Dabei werden hin und wieder Referenten geladen, um zu speziellen Themen als Gesprächspartner Rede und Antwort zu stehen. Einige dieser Treffen erhalten die Förderung durch die KEB, welche bisher für folgende Halbjahresthemen gewährt wurde:


• Mutter gut – alles gut
• Erziehung – wie?, ab wann?, warum überhaupt?
• Mut zum Kind
• Lasst uns miteinander reden!
• Neue soziale Netze spinnen
• Wertevermittlung in der Gegenwart
• Wie bleibt mein Kind gesund – alles über Gesundheitsvorsorge

Sonderveranstaltungen mit Vortragscharakter

Diese Treffen haben die traditionelle Erwachsenenbildung als Ziel. Es werden Referenten zu interessanten Themen eingeladen. Eingeladen sind unabhängig von den sonstigen Gruppen alle unsere Eltern, wobei bei Terminen tagsüber selbstverständlich die Kinder dabei sind und bei Abendveranstaltungen dabei sein können, da wir über ein interessantes Spielzimmer für die Kleinen verfügen.

Eine unvollständige Reihe der bisherigen allgemeinen Themen lautet:


• Palästinensischer Abend
• Hexenverfolgung in Sachsen-Anhalt im Mittelalter
• Natürliche Familienplanung
• Naturheilverfahren
• Seidenmalerei
• Historisches Magdeburg in Bildern
• Pflanzentauschaktion
• Italienischer Abend

Weiterhin behandeln wir spezielle Erziehungsthemen:

• Jedes Kind kann Regeln lernen
• Nonverbale Kommunikation
• Dürfen Märchen grausam sein?
• Hyperaktive Kinder
• Unfallvorbeugung und –verhütung
• Vermeidung von Sprachfehlern
• Mutter-Kind-Kuren
• Spielevorstellung für die Kinder

Auch christliche Themen werden immer wieder diskutiert

• Was bedeutet der Rosenkranz für uns heute?
• Was feiern wir am Nikolaustag?
• Erntedank
• Kirchenbesichtigung mit Führung in St. Marien
• Advent feiern mit Kindern
• Laternen gestalten zum St. Martin-Tag
• Meine Zeit in deiner Hand
• Christliche Erziehung in nichtchristlicher Umwelt
• Kerzen zu christlichen Festen basteln

Wir boten auch Raum für Gruppen zur Firmvorbereitung, zur Vorbereitung eines Erstkommuniongottes-dienstes und für Gespräche für eine Erwachsenentaufe.

Bildung für unsere Kinder

Monatliche Treffen speziell zur Kreativitätsförderung unserer Kinder finden statt unter folgenden Themen:


• Singen und Tanzen
• Bastel- und Kreativzeit

Zusätzlich dazu gibt bzw. gab es noch Einzel- oder Reihenveranstaltungen für die Kinder:

• Musikalische Früherziehung
• Schnupperkurs Englisch
• Museumsbesuche
• Zoobesuche
• Weitere Ausflüge in Magdeburg und Umgebung
• Feiern der Feste im Jahreskreis

Tagesseminare für Eltern oder ganze Familien:

Diese von fachkundigen ReferentInnen geleiteten Seminare fanden teilweise auswärts statt und wurden durch die KEB gefördert zum Thema „Familie und Kommunikation“.


• Fair Streiten
• Bibliodrama: Frauengestalten im alten Testament
• Keine Angst vor dem Internet
• Lasst uns miteinander reden – Familienkonferenz
• Gesunde, vollwertige Ernährung
• Kaufen ist (k)ein Kinderspiel
• Wertevermittlung am Beispiel bekannter Märchenfiguren und  
  Personen aus dem Alten Testament
 

 

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